Als Gesellschaft und Wirtschaft nehmen wir aktuell Entscheidungen von systemischen Ausmaßen vor: Wir verringern die Belastung unserer ökologischen Systeme und begrenzen die Erderhitzung erfolgreich – oder Klimawandel und Ökosystemverfall werden unsere Gesellschaft unwiederbringlich verändern. In jeder dieser beiden Welten stehen Geschäftsmodelle und Technologien vor grundlegendem Wandel – und so die Wertentwicklung in Investment- oder Kreditportfolios.

Der Finanzsektor ist einer der Schlüsselfaktoren für das Gelingen der erforderlichen breiten Transition zu einer nachhaltigen Wirtschaft. Wie sich privates Kapital in diese Entwicklung einbringt und sie damit letztlich befähigt, spielt eine wichtige Rolle für den Erfolg zukunftsfähigen Wirtschaftens. Der Finanzsektor ist durch seine Funktion als Kapitalverteiler in einer einzigartigen Position, den notwendigen Übergang in eine CO2-neutrale und naturbewahrende Wirtschaft zum „Mainstream” zu machen. Er kann Anreize setzen und Unternehmen leichter und günstiger mit Kapital ausstatten, die sich für zukünftigen Erfolg aufstellen, indem sie ihre Klimarisiken und Umwelteinflüsse strategisch, zielorientiert und systematisch managen und reduzieren.

Eine nachhaltige Wirtschaft zu finanzieren und in diese zu investieren, bringt letztlich finanzielle und vielfältige gesellschaftliche Vorteile mit sich. Dies ist der Ausgangspunkt unserer Arbeit im Themenfeld „Sustainable Finance”, für ein in Gänze nachhaltiges Finanzsystem.

Kapitalflüsse nachhaltig ausrichten

Der Finanzsektor ist ein elementarer Teil der Lösung: Zur Erreichung internationaler Klimaziele und der UN-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) sind weltweit Investitionen von zwei bis drei Billionen Dollar pro Jahr erforderlich. Investitionen in nachhaltige Geschäftspraktiken sind allerdings immer noch verschwindend gering im Vergleich zu Kapitalflüssen, die z.B. in fossile Energien oder aus Nachhaltigkeitssicht Hochrisikosektoren gelenkt werden.

Die für die Transformation benötigten Mittel müssen zum Großteil aus privatem Kapital finanziert werden. Dabei muss es gelingen, das Kapital über eine angepasste Mittelsteuerung umzulenken. Unser Ziel ist die positive Wirkungskraft des Finanzsektors voll zur Geltung zu bringen. Deswegen arbeiten wir dazu, dass sämtliche Finanzmarktakteure erforderliche Nachhaltigkeitsfaktoren in ihre Kerntätigkeiten – das Anlegen und Finanzieren – integrieren.

Der strukturell notwendige Wandel in Gesellschaft, Real- und Finanzwirtschaft bietet neben den Risiken gleichzeitig enorme Chancen für die Finanzwirtschaft. Eine strukturierte, systematische und ausreichend in die Zukunft vorausschauende Berücksichtigung dieser Veränderungen bei Anlage- und Finanzierungsentscheidungen lässt Risiken umfassender und besser steuern, und Chancen nutzen.

Ein so verstanden nachhaltiges Finanzsystem ist zukunftssicher und resilient, und beschleunigt nachhaltigen Wandel durch die Förderung klimaneutraler Technologien und Geschäftsmodellen, die im Einklang mit den Tragfähigkeitsgrenzen unseres Planeten stehen.

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Unsere Zusammenarbeit mit dem Finanzsektor

Analysen, Kooperationen, Mitarbeit in Forschung und intensive politische Überzeugungsarbeit sind Varianten unserer Arbeit. Das Sustainable Finance-Team des WWF zielt damit auf die Durchdringung von Finanzierung, Kreditvergabe und Geldanlage mit klima- und umweltfokussierten Überlegungen. Wir arbeiten mit politischen Entscheidungsträgern und Finanzaufsichtsbehörden, kooperieren mit Banken, Investoren, Vermögensverwaltern und Versicherern, um sie zu unterstützen, die Risiken und wechselseitigen Auswirkungen von Umwelt und Wirtschaft zu erfassen, diese steuerbar zu machen. Dabei hilft uns die globale Zusammenarbeit der Sustainable Finance-Practice im Netzwerk des WWF unsere Schwerpunktthemen international voranzubringen, von Kolleg:innen zu lernen und unseren Forderungen Gehör zu verschaffen.

Transformation „in der Breite“ statt „grüne Nische“

Wir zielen vor allem auf die Stärkung der Transformationskraft des Finanzsektors ab, um die entscheidenden Weichen für eine erfolgreiche Zukunftsausrichtung unserer Gesellschaft, die Sicherung unser aller Lebensgrundlagen und des „Wirtschaftsstandorts Deutschland" zu stellen. Hierfür ist es maßgeblich, die großflächige und im Sinne wissenschaftsbasierter Ziele umzusetzende Transformation konventioneller ressourcen- und umweltintensiver Geschäftsmodelle zu erreichen, statt nur in eine bereits heute nachhaltige „grüne Nische" zu investieren oder diese zu finanzieren.

Die Grundlage ist der veränderte Blick auf zukunftsweisende Geschäftsmodelle, der das strategische Managen von Klima- und Naturrisiken zentral einbezieht. Dabei wird in der Unternehmensanalyse und -bewertung der messbare Fortschritt auf Transformationspfaden zu einem wesentlichen Parameter für Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen.

Die Gestaltung der politischen Rahmenbedingungen für das Finanzsystem und die Ausgestaltung der Aufsichtspraxis in Deutschland und Europa muss diesen Entwicklungen Rechnung tragen und sie ermöglichen. Die politische Arbeit mit Parlament, Ministerien und in Gremien der Bunderegierung oder der EU-Kommission sowie die Auseinandersetzung mit deutschen und europäischen Aufsichtsbehörden und Zentralbanken hat für uns ebenfalls einen großen strategischen Stellenwert.

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Matthias Kopp

Director Sustainable Finance

  • Wald © imago / Nature Picture Library Zusammenarbeit mit Unternehmen

    Wenn der Verbrauch an natürlichen Ressourcen so weitergeht wie bisher, werden wir bis zum Jahr 2050 zwei Planeten benötigen, um unsere Bedürfnisse nach Nahrung, Energie und Infrastruktur zu decken. Zurück zu "Märkte & Unternehmen"